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material

 

2004/2005   Tim Etchels, Oscar van den Boogaard

MÄNNER, FRAUEN, PAARE

Theater Freiburg/Kammerbühne Indendanz: Amélie Niermeyer

Darsteller: Alexander Gamnitzer, Hülya Karahan, Oliver Held, Marie-Therese Futterknecht, Frank Riede

Gast: Bernhard Meyer (Familien-, Paar- und Sexualtherapeut der Pro Familia, Freiburg)

Dramaturgie: Christof Lepschy, Ausstattung: Amanda Siegert

 

 

 

> Frank Riede, Dezember 2004

Projektbeschreibung

Oscar van den Boogaards Stück LUCIA SCHMILZT wird am Theater Freiburg als szeni­sche Lesung mit zwei Ensemblemitgliedern im Rahmen der Reihe „The day I turned uncool – Folge 2: Männer, Frauen, Paare“ produziert.

Die Premiere ist am 18.12.2004 auf der Kammerbühne des Theaters.

 

Inszenierung > Frank Riede

Ausstattung > Amanda Siegert

Dramaturgie > Christof Lepschy

Mann > Alexander Gamnitzer

Frau > Hülya Karahan

 

Pressetext:

> THE DAY I TURNED UNCOOL > Folge 2

> Zum Beispiel: Männer, Frauen, Paare

> Eine Abendunterhaltung von Frank Riede

Wir sind dreissig, zuweilen älter & wir werden langsam erwachsen. Von der Möglichkeit, Ja! zu sagen & dass es endlich ernst wird. Beziehung & Sehnsucht, Alltag & Lust, Liebe & Le­ben. Und der Paarthe­rapeut lächelt weise. Und Oscar van den Boogaard hat den 1akter LU­CIA SCHMILZT geschrieben, in dem zwei Schauspieler zwei Schauspieler spielen, die ein ge­trenntes Paar geben, das sich wieder ge­genübersteht und sei­ne Beziehung rekapituliert. Was kann man glauben? Was ist gespielt, was echt? Die Wirklichkeit ist fragil. Die fabelhaft wundersame Welt der Paarbildung.

> Eine Abendunterhaltung von Frank Riede, mit einem Gast aus der Paartherapie & Oscar van den Boogards Stück LUCIA SCHMILZT

Eine Abendunterhaltung über das Erwachsenwerden & das Zusammen- oder Alleinebleiben, Paarbildungsstrategien & Sehnsüchte. - Kleine Pop­geschichten werden erzählt, ein Paartherapeut sagt, wie es in Wirk­lichkeit nämlich ist oder sein könnte oder sollte. Und die szeni­sche Lesung von Oscar van den Boogaards Stück LUCIA SCHMILZT.

LUCIA SCHMILZT

"Es ist also vorbei?" So geht es meist los. Eine scheue Frage, ein mutiger Vorstoß. Ei­ne zau­dernde Antwort. "Ich weiß es nicht." Was sich jahrelang eingespielt hat, läuft als Mecha­nis­mus der Vorwürfe ab - getrieben von der Energie der Enttäuschungen.

"Du musst endlich handeln, dich entscheiden. Das dauert schon viel zu lange. Das macht mich verrückt." -"Okay, es ist vorbei." - "Nein, komm, lass es nicht vorbei sein, wir werden zu­sammen alt und sterben, gib mir noch eine Chance." - "Es ist vorbei, vorläufig jeden­falls." Der Anfang vom Ende zum ewig scheiternden Neu­anfang.

Van den Boogaard hat in seinem Text vieles von dem eingefangen, was das Leben nicht mehr ganz junger, nach außen hin unabhängiger Menschen bestimmt: exal­tier­te Jagden nach Designerkleidung, die Angst, allein auf eine Party gehen zu müssen, ohne jemanden dort zu kennen. Die Frage, ob Menschen, die das erste teure Mö­bel­stück erworben haben, be­ginnen, einsam zu werden. Und die Traurigkeit dessen, der be­richtet, beim Metzger lie­ber zwei ganz kleine Steaks statt eines großen zu kaufen - damit niemand bemerkt, daß er allein ist.

Solche feinen Beobachtungen sind eingebaut in dieses Spiel der beiden Verflossenen, die sich anschreien, übereinander herfallen. Sie wimmert, er blickt betreten zu Bo­den. Es ent­faltet sich eine deprimierende und gleichzeitig ziemlich komische Welt. Sie ist immer Spiel. Denn die beiden, so will es der Autor, sind ein Schau­spieler-Paar. Und darum ist das, was uns da geboten wird, ein Spiel mit doppeltem Bo­den: Zwei Schauspieler spielen zwei Schau­spieler, die ein Paar geben, das sich nach langer Zeit erstmals wieder gegenübersteht und sei­ne Beziehung rekapituliert. Was kann man glauben? Was ist gespielt, was echt? Die Wirklichkeit ist fragil.

Nichts Besonderes also geschieht, ja mit Absicht fast eine Geschichte, die allen Geschich­ten von gescheiterten Liebesbeziehungen zum Verwechseln ähnlich sieht.

Der Autor

Oscar van den Boogaard, geb. 1964, wuchs in Surinam und Holland auf. Er studierte Jura und Französische Literatur in Montpellier, Amsterdam und Brüssel. Nachdem er drei Mona­te lang als Rechtsanwalt gearbeitet hatte, begann er mit dem Schreiben und arbeitet seit­her als freier Schriftsteller. Van den Boogaard wird von der Presse als wichtigster nieder­län­discher Autor seiner Generation gefeiert.

Nach den Romanen „Denz“ (1990), „Fremdkörper“ (1991), „Brunos Optimismus“ (1993), „Ju­lias Herrlichkeit“ (1995) und „Liebestod“ war 2001 LUCIA SCHMILZT sein erstes Theater­stück, das er für TG Stan und SkAgEn schrieb und in Deutschland 2003 am Schauspiel Han­no­ver erstaufgeführt wurde. Weitere Stücke: „Die Nacht der Bonobos“, „Lava Lounge“.

 

   impressum                                                                                                                                                                    © 2012 Frank Riede